Offener Brief an den Stadtrat

Kommende Woche sollen einem nicht├Âffentlichen Gremium, dass sich aus dem Eberner Stadtrat bildet, Sparma├čnahmen beschlossen werden. Die meisten B├╝rger sind sich wahrscheinlich nicht einmal ├╝ber diesen Ablauf informiert, f├╝r uns ist es aber die Spitze einer aktuell vorherrschenden Intransparenz in der Stadtpolitik.
Nat├╝rlich verstehen wir, dass es mit Hinblick auf die Kommunalwahlen im n├Ąchsten Jahr besser ankommen mag, sich auf einem bl├╝henden Marktplatz fotografieren zu lassen, als die F├Ârdergelder f├╝r den eigenen Verein zu k├╝rzen. Von einem Stadtrat, der gleich zu Beginn seiner Amtszeit erst einmal seine Sitzungsgelder und fast gleichzeitig den Eintrittspreis f├╝r Familien im Freibad erh├Âht hat, erwarten wir aber nun deutlich mehr Courage.
Haben denn die W├Ąhler nicht ein Anrecht darauf, auch die unpopul├Ąren Entscheidungen eines Stadtrates nachvollziehen zu k├Ânnen? Kommt hier nicht jegliche politische Diskussion ├╝ber den richtigen Einsatz der Stadtgelder zum Stillstand, wenn man eh nicht wei├č, wer wie abstimmt? Und sollten die B├╝rger ihre Kandidaten nicht auch danach beurteilen k├Ânnen, ob sie Zusch├╝sse f├╝r Vereine oder Spielpl├Ątze k├╝rzen? Das, liebe Stadtr├Ąte, w├╝rde n├Ąmlich auch zu einer sachlichen Auseinandersetzung mit Themen, die f├╝r unsere Stadt von Bedeutung sind, f├╝hren! Das w├╝rde es n├Ąmlich auch m├Âglich machen, Kandidaten nach Kompetenz und Priorit├Ąten zu w├Ąhlen, anstatt nach einem netten Foto auf einem Fest oder einem gequ├Ąlten L├Ącheln im Werbeprospekt!
Uns ist sicherlich bewusst, dass Einsparungen vorgenommen werden und wir verstehen auch gut, dass es schmerzhafte Einschr├Ąnkungen geben muss. Wir weisen aber mit aller Deutlichkeit darauf hin, dass ein Stadtratsmandat nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten zur Folge hat.
Deshalb fordern wir, die Entscheidung ├╝ber kommende Sparma├čnahmen unbedingt ├Âffentlich zu verhandeln!

Timo Hohnhausen und Lukas Geu├č