Heubacher Kreuz: Junge Liste fordert weiter Kreisel-Lösung

Beim letzten Treffen der „Jungen Liste Ebern und Umgebung“ (JL) ging es um aktuelle Themen in der Haßbergestadt: Die Unterkunft für Asylbewerber und Kriegsflüchtlinge im Gebäude Nr. 2 der Alten Kaserne, Lösungsmöglichkeiten für die Verkehrssituation an der Heubacher Kreuzung sowie die Schaufenstergestaltung leer stehender Geschäfte durch Parteien und Wählergruppen in Ebern.
Zufrieden zeigte sich das JL-Team, da Stadtverwaltung und Bürgermeister ein Schreiben von Drittem Bürgermeister Sebastian Stastny vor der Januar-Sitzung des Stadtparlaments an die Stadt berücksichtigt haben, wonach die JL-Fraktion eine öffentliche Informationsveranstaltung in der Alten Kaserne wegen der Asylbewerberunterkunft vorgeschlagen hatte. „Es ist, wie bei allen Projekten, wichtig, die Bürger umfassend zu informieren, um Irritationen vorzubeugen und Akzeptanz zu erreichen“, so Stastny. „Erst recht, wenn man feststellt, dass es ein Informationsdefizit gibt.“ Stadträtin Isabell Kuhn meinte dazu: „Bei jeder Dorfsanierung wird im Vorfeld die Bevölkerung schließlich auch eingebunden.“
Die von Innenstaatssekretär Gerhard Eck angekündigte Ampelanlage am Heubacher Kreuz, die die Verkehrssituation an der B 279 sicherer machen und damit Unfällen vorbeugen soll, nahm die Runde der jungen Kommunalpolitiker skeptisch zur Kenntnis. „Auf jeden Fall ist es positiv, dass Bewegung in die Frage nach Lösungsmöglichkeiten für die Kreuzung gekommen ist. Endlich tut sich was“, so Fraktionssprecher Stastny. Ein Stadtratsantrag der Jungen Liste vom November 2013, der die Forderung nach einem Kreisverkehr anstelle der Kreuzung mithilfe einer Online-Petition bekräftigt hatte, habe in Politik- und Verwaltungsgremien offenbar für Aufsehen gesorgt. „Ich habe den Eindruck, dass daraufhin jemand vor der Wahl im März schnell eine Lösung präsentieren wollte, da die Befürchtung im Raum stand, die Bevölkerung könnte mehrheitlich hinter einem Kreisel stehen“, sagte Sebastian Stastny. Der Heubacher Stadtratskandidat Stefan Müller fragte: „Weshalb scheut man sich so sehr, die Bürger mit einzubeziehen?“ Für ihn und den Rest der Jungen Liste sei ein Kreisverkehr die richtige Antwort auf die Frage nach mehr Sicherheit. „Der Verkehr an der Stelle der B 279 muss jedenfalls langsamer werden“, stellte Patricia Walter fest. Sonja Weingold: „Fußgänger sollten dort schon sicher über die Straße kommen können.“ „Eine Ampel könnte lange Staus von der Stadtseite her nach sich ziehen“, befürchtete Rainer Schor, der ebenfalls einen Kreisel favorisiert. Bemerkenswert fanden die JL-Mitglieder, dass ihr Antrag wegen der Online-Petition für einen Kreisel bisher von Bürgermeister Robert Herrmann im Stadtrat nicht ordentlich behandelt worden sei. „Hoffentlich schlummert der Antrag nicht mit Absicht in einer der Schubladen der Verwaltung“, ärgerte sich JL-Vorsitzender Rainer Kaffer, einer der Unterzeichner des Papiers. Neben den Stadträten Stastny, Kuhn, den Ortssprechern Kaffer und Matthias Becht, hatten auch die Ratsmitglieder Thomas Limpert (Freie Wähler) aus Heubach und Verkehrsreferent Harald Pascher (FDP) den Antrag eingereicht. Kaffer schlug vor, daher darauf zu bestehen, dass das Schriftstück auf die nächste Tagesordnung kommt. „Es kann nicht sein, dass ein fristgerechter Antrag erst nach drei Monaten auf einer Tagesordnung im Stadtrat auftaucht“, merkte Martin Ankenbrand kritisch an.
Zur Gestaltung diverser Schaufenster leer stehender Geschäftsräume mit Wahlwerbung in der Altstadt schmunzelte Rainer Schor: „Es ist offenbar ein kleiner Trend, die Idee der Jungen Liste nachzumachen.“ Schor erinnerte an die Wahlreklame der JL im Jahr 2008: „Da haben wir am Stadtberg auch schon leere Schaufenster gestaltet. Das kam so gut an, dass es auch unseren Mitbewerbern gefallen hat.“